Mittwoch, 10. September 2008

Raman Spektroskopie

So, nachdem ich mich ja schon ein paarmal rechtfertigen musste, dass ich hier wohl auf Urlaub sei und ob ich denn nichts zu studieren habe, stell ich mal ein Foto von meiner heutigen Vormittagsbeschäftigung rein:

Was ich hier mache nennt sich Raman-Spektroskopie. Hier ein Wikipedia-Artikel dazu. Spektroskopie ist nichts anderes, als das man das Material welches man analysieren will mit irgendwelchen Strahlen beschießt und dann das misst, was reflektiert wird, bzw. was durchgeht.

Ich analysiere hier Bestandteile von Holzschutzmitteln. Kupfer-Salze, ein Fungizid und dann noch irgendeinen chemischen Komplex, da weiß ich grad selbst nicht, was da drin ist. Von denen wird dann die Reflektion abhängig von der Wellenlänge gemessen. Da ergibt sich für jeden Bestandteil (hoffentlich) ein charakteristisches Muster. Und im Endeffekt will man versuchen eine Methode zu entwickeln, mit der man in holzverarbeitenden Betrieben die Menge von Holzschutzmitteln in Brettern oder Platten überprüfen kann.



Leider ist das ganze aber relativ fad - ich hab da 60 kleine Flascherl stehen. Von jedem muss ich jeweils ein paar Milliliter in eine Küvette geben, diese Küvette unter die schwarze Haube zu stellen und dann die Messung durchführen. Das dauert eine knappe Viertelstunde und dann kommt das nächste Flascherl dran!

Und in der Zwischenzeit blogge ich halt mal wieder!

Montag, 8. September 2008

Hannes bloggt ... jetzt auch auf www.wvu.edu

Offenbar finden das tatsaechlich einige Leute interessant, was ich so ins Internet schreibe. Ich wurde doch tatsaechlich vom Director der Division of Forestry gebeten, auch auf der WVU-Homepage zu bloggen. Die haben schon seit einigen Semestern einen Blog, wo WVU-Studenten, die ins Ausland gehen ueber ihre Erlebnisse berichten koennen. Eric war einer davon.

Und ich bin nun der erste internationale Student, dem die Ehre zuteil wird, als Gast an der WVU seine Meinung kundtun zu duerfen. Nicht schlecht. Die sehen das ausserdem als eine Art "Recruiting-Massnahme". Denn wenn zukuenftige Studenten lesen, dass sogar Holztechnologen aus Oesterreich an die WVU kommen, dann muss das Studium ganz schoen ansprechend sein.

Apropos ansprechend... oder besser anspruchsvoll. Das ist es naemlich, auf englisch zu bloggen. Zumal das ganze ja dann auch viel wirklich vielen gelesen werden soll. Wen es interessiert, den verweise ich auf den Link rechts oder der klicke einfach hier.

Sonntag, 7. September 2008

Kellen kommt!

Vienna watch out - Kellen is coming!

Austauschsemester funktionieren natürlich nur, wenn nicht nur Leute von der BOKU auf die WVU kommen, sondern auch umgekehrt. Und das wird von der Kellen sichergestellt, die übermorgen nach Wien aufbricht und schon sehr aufgeregt ist. Wir haben Sie auf einem Festl, dass die Division of Forestry organisiert hat, kennengelernt. Nettes Mädel - seid nett zu ihr und zeigt ihr die gscheiten Bars in Wien ;)


Das Festl selbst war - abgesehen mal von den Grillhendln - recht nett. Es war auch eine Bluegrass-Band vor Ort, die für entspannte musikalische Begleitung gesorgt hat.

Samstag, 6. September 2008

Verschiedenes

Hier hab ich noch drei sehenswerte Fotos:

Gestern hat Eric eine Gottesanbeterin am Tisch auf unserer Veranda gefunden. Ihr Pech war, dass er gerade eine Insektensammlung für einen Entomologie-Kurs machen muss. Dafür sollte er schon mal eine großes Plus bekommen, das Vieh ist ca. 16-17 cm lang. Übrigens - mein Neues Objektiv ist da. Als ich das Foto gemacht hab, bin ich ungefähr 5 Meter entfernt gestanden.


Hier haben wir einen Dodge Ram 3500. Das Auto ist riesig - hört sich auch eher wie ein Lastwagen als wie ein PKW an. Der hatte - glaub ich - einen 5.7 Liter Motor. Über als 5 Liter Hubraum ist übrigens alles andere als eine Seltenheit.


Und zuletzt: der Morgantown Bauernmarkt. Da waren wir heute vormittag und haben uns mit frischen Kräutern und Gemüse eingedeckt. Vor allem auf die kleinen, blauen Erdäpfel bin ich schon gespannt. Ich hab übrigens auch einen Verkäufer von Schweinefleisch gefunden und wollte ein Stück für einen Schweinsbraten kaufen. Aber leider ist es auch dort unmöglich Fleisch mit Schwarte zu bekommen. Im Supermarkt kriegst du das sowieso nicht. Aber sobald ich eins aufgetrieben hab, gibts wieder mal ein gutes altes österreischisches Essen.

Special Issue: Holzbau

Jeder kennt die Bilder der Zerstörung wenn ein Hurrican oder ein Tornado durch die Vereinigten Staaten durchgezogen ist. Trümmer liegen herum, Telefonmasten sind geknickt und die Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Das Ausmaß der Zerstörung hat zwei Gründe: erstens ist so ein Hurrican oder ein Tornado wirklich eine mächtige Naturkatastrophe.

Zweitens hat mit der Art des Hausbaus hier zu tun. Ich bin ja der Meinung, dass es in Österreich einen ordentlichen Massivbau-Wahn gibt. Das kommt wahrscheinlich von früher wo unsere Vorfahren noch in Burgen und Festungen gelebt haben. Hier in den USA - weit und breit keine Burgen. Und dementsprechend fragil wird hier gebaut. Nun versteht mich nicht falsch, ich bin ein rigoroser Verfechter von Holzbau (wie sollte es auch anders sein), aber so wie die das hier machen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich einen strengen Winter unter solch einem Dach durchmachen will. Auch mit Holz könnte man so massiv bauen, dass man sich nicht vor einem Sturm fürchten muss.

Direkt bei mir in der Nachbarschaft werden gerade wieder Reihenhäuser gebaut und da hab ich mir gedacht, das könnte euch auch interessieren: Hier zuerst die Dachkonstruktion der Garage. Die Hölzer sind 2x6 bzw. 2x4 Zoll. Zusammengehalten wird das mit Nagelplatten. Abgesehen davon, dass die offenbar nicht viel Angst vor Schneelasten haben, scheint mir das eine effiziente Konstruktion zu sein.

Im Innenbereich wird auch alles Konstruktive aus Holz gemacht - Stiegen, Wände und so weiter. Und alles was geht, wird in einer Fabrik vorgefertigt und bereit zum Zusammenbauen an die Baustelle geliefert. Eigentlich alles wie bei der Firma Wolf in Scharnstein, nur dass hier ein bisschen sparsamer dimensioniert wird.

Hier die Deckenunterkonstruktion: wie gehabt, mit Nagelplatten vorgefertigte Träger und obendrauf OSB-Platten - fertig. Wenig Kosten, ausreichender Nutzen. Wenn ich nur daran denke, wie wir zuhause unsere Decken mit Hohlziegeln und betonierten Stegen gebaut haben, kommt mir das hier doch sehr viel einfacher vor.

Etwas, das mir wieder weniger gefällt: hier schaut wirklich jedes Haus gleich aus. Für die Architekten wollen sie wohl auch nicht viel ausgeben - sorry Thomas!


So und zum Schluss noch eine Inside-Konstruktion. Eric ist ja ein begeisterter Kletterer und er kann keinen Tag ohne Klettern auskommen ... redet er sich zumindest ein. Und so hat er beschlossen, eine Kletterwand in sein Zimmer zu bauen. Da kann er dann abhängen...
Und ich hab mir dort auch schon einen Muskelkater geholt - hehe!


Das Holz haben wir bei Lowe's gekauft, so eine Art Baumax auf amerikanisch. Ziemich billig - so eine 4 Meter lange 2x4" (5x10 cm) Leiste kostet circa 2 €. War übrigens nicht teuer. Die Herkunft war aber dafür umso interessanter. Wenn man auf das Foto klickt sieht man es vergrößert und da kann man auch am Stempel erkennen, dass es von Klausner statt - also aus Deutschland. Also ziemlich sicher Fichte - vielleicht sogar eine die in Österreich gewachsen ist...

Donnerstag, 4. September 2008

Im Westen nicht viel neues...

So, schön langsam geht's bei mir hier auch richtig mit der Uni los. Das heißt natürlich auch weniger Zeit um zu bloggen, also verzeiht mir bitte das Nachlassen der Posting-Frequenz. Außerdem hab ich in einer Stunde ein Meeting mit dem Director der Forestry-Division wegen eines Jobs auf der Uni. Ich hab hier also nicht Urlaub, liebe Familie!

In den letzten Tagen ist nichts aufregendes passiert, also blogge ich mal ein paar Themen durcheinander:

Hier haben wir Olu - einen Ph.D. Studenten (das heißt, er macht das Doktorat) der mit uns im Holzlabor arbeitet. Das Forschungsprojekt läuft auch schön langsam an. Wir haben aber zumindestens eine Woche verloren, da die Proben schlecht beschriftet wurden und die erste Messung komplett wiederholt werden musste. Aber das war noch bevor ich angefangen hab ;)


Gestern sind wir mit Eric auf den Bio-Bauernhof gefahren, der der WVU gehört. Da werden versuchsweise ein Haufen Gemüse, Mais, Getreide oder auch Wein angebaut. Und Eric hat dort eine Käferfalle stehen, mit der er die Darsteller seiner entomologischen Sammlung anwirbt. Haha, da sind schon ziemliche Brummer dabei.

Gestern war auch das erste Treffen der FPS - der Forest Product Society. Das ist einer von über hundert Clubs in denen sich die Studenten organisieren. Mit der FPS werden wir verschiedene Aktivitäten machen, wie beispielsweise Betriebe besuchen oder Vorträge von Absolventen anhören. Und ich wurde auch gefragt, ob ich nicht eine Präsentation über die Holzforschung und Holzindustrie in Europa halten will!



Auf dem Foto sieht man übrigens Dr. Armstrong (unterrichtet unter anderem Holzanatomie), der Professional-Superviser des Clubs ist. Und neben ihm Snoopers - das Clubmaskottchen.

Dienstag, 2. September 2008

Hannes bloggt ... jetzt auch auf derstandard.at

Coole Sache - derstandard.at hat Leute gesucht, die während des Wahlkampfes in den USA sind. Hab mich gemeldet und sie haben mich genommen. Nicht schlecht. Jetzt muss ich nur mehr noch versuchen, möglichst interessante Posts über Obama/McCain zu schreiben.

Hier natürlich der Link: http://derstandard.at/?url=/?id=1218533871183 - ich tu ihn auch am Rand posten (guter Deutsch, nicht).

Sonst geht's uns hier immer noch recht gut - wir können uns nur nicht und nicht entscheiden ob wir ein gebrauchtes Auto kaufen sollen, oder eines für die kommenden vier Monate mieten sollen. Beides ist teuer, beides ist ein Schas - aber ohne gehts fast nicht. Hab ich schon erwähnt, dass es am Wochenende keine (!) öffentlichen Verkehrsmittel gibt.

Ach, ich wünschte ich hätte mein Motorrad mit...