Freitag, 12. September 2008

Worst Coke Ever!

Hi Leute! Ich bin gerade auf der Uni und hab eine halbe Stunde Zeit, bevor meine nächste Lehrveranstaltung beginnt. Da hab ich mir aus dem Automaten ein "Coca-Cola Cherry zero" rausgedrückt. Brrr...!

Wie das schmeckt ist schwer zu beschreiben - definitiv nicht nach Kirschen. Wirklich grausam. Aber die Leute kaufen es scheinbar (oder es gibt genug Austauschstudenten, die es noch nicht kennen und es probieren). Jedenfalls kann ich dieses Zuckewasser mit Kirsch-Zuckerlgeschmack (ohne Zucker übrigens) trotz meiner ausgeprägten "Was auf den Tisch kommt wird gegessen"-Mentalität und meiner Exsikkose (viel Spaß beim Nachschauen, was das heißt) nicht austrinken.

Das war jetzt zwar das unnötigste Posting bislang, aber mir ist ein bisserl fad! Für das Wochenende haben wir uns übrigens ein Mietauto ausgeborgt! Eigentlich wollten wir nach Tennessee fahren um meinen Studienkollegen Gerald zu besuchen, aber Ike (der Hurrican) will da auch hin. Also wissen wir noch nicht recht, was wir machen. Aber immerhin haben wir ein Auto!

Mittwoch, 10. September 2008

Verrückt: Mountaintop-Mining

Ich hab gestern Abend ein Email weitergeleitet bekommen, in der es um Mountaintop-Mining geht. Beziehungsweise um die Verhinderung genau dessen. Mountaintop-Mining kann man grob mit Gipfel-Abbau übersetzen. Was das heißt, wusste ich auch nicht bis ich aufgrund dieses Emails mal ein bisschen im Internet recherchiert hab. Hier der obligatorische Wikipedia-Link.

Um feste, mineralische Rohstoffe (in diesem Fall Kohle) abzubauen waren mir bislang zwei Methoden bekannt: entweder Unter Tag (mit Stollen), oder Tagebau (großes Loch). Mountaintop-Mining scheint allerdins eine perfide Hardcore Version vom Tagebau zu sein. Da wird nämlich der Gipfel eines kohlehaltigen Berges einfach abgetragen.


Herkömmlicher Tagebau ist zwar auch eine mittelschwere Katastrophe für die Natur, aber man kann das Loch irgendwann wieder zuschütten und renaturieren. In Voitsberg (Steiermark) hat man das beispielsweise bei einem Braunkohle-Tagebau gemacht. Ist ein Berg allerdings mal abgetragen, wird der natürlich nicht mehr aufgeschüttet. Nein, man sprengt den Berg weg und versucht möglichst tief hineinzugelangen. Nun ist das Material nicht nur Kohle, es fällt auch genügend Schutt an. Und was macht man damit? Man schüttet die umgebenden Täler voll damit!

Nun könnte sich der/die Leser/in denken, dass es wohl genug Widerstand gegen diese Landschaftsverstümmelung geben wird und es wohl verboten sei. Nichts da - heute wird in West Virginia gerade damit begonnen, einen neuen Berg zu entfernen. Man stelle sich das mal in Österreich vor. Ein Erzberg ist ja noch okay, aber heutzutage zu beginnen Berge abzutragen um Kohle zu gewinnen - undenkbar.

Das wildeste ist allerdings, dass dieser Gipfel um den es in dem Email ging (er heißt bezeichnenderweise Coal River Mountain) sehr gut dazu geeignet wäre, Windräder aufzustellen. Das geht natürlich nicht mehr so gut, wenn er hundert oder mehr Meter kleiner ist. Aber wie es derzeit ausschaut wird eher auf Kohle als auf erneuerbare Energiequellen gesetzt...

Raman Spektroskopie

So, nachdem ich mich ja schon ein paarmal rechtfertigen musste, dass ich hier wohl auf Urlaub sei und ob ich denn nichts zu studieren habe, stell ich mal ein Foto von meiner heutigen Vormittagsbeschäftigung rein:

Was ich hier mache nennt sich Raman-Spektroskopie. Hier ein Wikipedia-Artikel dazu. Spektroskopie ist nichts anderes, als das man das Material welches man analysieren will mit irgendwelchen Strahlen beschießt und dann das misst, was reflektiert wird, bzw. was durchgeht.

Ich analysiere hier Bestandteile von Holzschutzmitteln. Kupfer-Salze, ein Fungizid und dann noch irgendeinen chemischen Komplex, da weiß ich grad selbst nicht, was da drin ist. Von denen wird dann die Reflektion abhängig von der Wellenlänge gemessen. Da ergibt sich für jeden Bestandteil (hoffentlich) ein charakteristisches Muster. Und im Endeffekt will man versuchen eine Methode zu entwickeln, mit der man in holzverarbeitenden Betrieben die Menge von Holzschutzmitteln in Brettern oder Platten überprüfen kann.



Leider ist das ganze aber relativ fad - ich hab da 60 kleine Flascherl stehen. Von jedem muss ich jeweils ein paar Milliliter in eine Küvette geben, diese Küvette unter die schwarze Haube zu stellen und dann die Messung durchführen. Das dauert eine knappe Viertelstunde und dann kommt das nächste Flascherl dran!

Und in der Zwischenzeit blogge ich halt mal wieder!

Montag, 8. September 2008

Hannes bloggt ... jetzt auch auf www.wvu.edu

Offenbar finden das tatsaechlich einige Leute interessant, was ich so ins Internet schreibe. Ich wurde doch tatsaechlich vom Director der Division of Forestry gebeten, auch auf der WVU-Homepage zu bloggen. Die haben schon seit einigen Semestern einen Blog, wo WVU-Studenten, die ins Ausland gehen ueber ihre Erlebnisse berichten koennen. Eric war einer davon.

Und ich bin nun der erste internationale Student, dem die Ehre zuteil wird, als Gast an der WVU seine Meinung kundtun zu duerfen. Nicht schlecht. Die sehen das ausserdem als eine Art "Recruiting-Massnahme". Denn wenn zukuenftige Studenten lesen, dass sogar Holztechnologen aus Oesterreich an die WVU kommen, dann muss das Studium ganz schoen ansprechend sein.

Apropos ansprechend... oder besser anspruchsvoll. Das ist es naemlich, auf englisch zu bloggen. Zumal das ganze ja dann auch viel wirklich vielen gelesen werden soll. Wen es interessiert, den verweise ich auf den Link rechts oder der klicke einfach hier.

Sonntag, 7. September 2008

Kellen kommt!

Vienna watch out - Kellen is coming!

Austauschsemester funktionieren natürlich nur, wenn nicht nur Leute von der BOKU auf die WVU kommen, sondern auch umgekehrt. Und das wird von der Kellen sichergestellt, die übermorgen nach Wien aufbricht und schon sehr aufgeregt ist. Wir haben Sie auf einem Festl, dass die Division of Forestry organisiert hat, kennengelernt. Nettes Mädel - seid nett zu ihr und zeigt ihr die gscheiten Bars in Wien ;)


Das Festl selbst war - abgesehen mal von den Grillhendln - recht nett. Es war auch eine Bluegrass-Band vor Ort, die für entspannte musikalische Begleitung gesorgt hat.

Samstag, 6. September 2008

Verschiedenes

Hier hab ich noch drei sehenswerte Fotos:

Gestern hat Eric eine Gottesanbeterin am Tisch auf unserer Veranda gefunden. Ihr Pech war, dass er gerade eine Insektensammlung für einen Entomologie-Kurs machen muss. Dafür sollte er schon mal eine großes Plus bekommen, das Vieh ist ca. 16-17 cm lang. Übrigens - mein Neues Objektiv ist da. Als ich das Foto gemacht hab, bin ich ungefähr 5 Meter entfernt gestanden.


Hier haben wir einen Dodge Ram 3500. Das Auto ist riesig - hört sich auch eher wie ein Lastwagen als wie ein PKW an. Der hatte - glaub ich - einen 5.7 Liter Motor. Über als 5 Liter Hubraum ist übrigens alles andere als eine Seltenheit.


Und zuletzt: der Morgantown Bauernmarkt. Da waren wir heute vormittag und haben uns mit frischen Kräutern und Gemüse eingedeckt. Vor allem auf die kleinen, blauen Erdäpfel bin ich schon gespannt. Ich hab übrigens auch einen Verkäufer von Schweinefleisch gefunden und wollte ein Stück für einen Schweinsbraten kaufen. Aber leider ist es auch dort unmöglich Fleisch mit Schwarte zu bekommen. Im Supermarkt kriegst du das sowieso nicht. Aber sobald ich eins aufgetrieben hab, gibts wieder mal ein gutes altes österreischisches Essen.

Special Issue: Holzbau

Jeder kennt die Bilder der Zerstörung wenn ein Hurrican oder ein Tornado durch die Vereinigten Staaten durchgezogen ist. Trümmer liegen herum, Telefonmasten sind geknickt und die Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Das Ausmaß der Zerstörung hat zwei Gründe: erstens ist so ein Hurrican oder ein Tornado wirklich eine mächtige Naturkatastrophe.

Zweitens hat mit der Art des Hausbaus hier zu tun. Ich bin ja der Meinung, dass es in Österreich einen ordentlichen Massivbau-Wahn gibt. Das kommt wahrscheinlich von früher wo unsere Vorfahren noch in Burgen und Festungen gelebt haben. Hier in den USA - weit und breit keine Burgen. Und dementsprechend fragil wird hier gebaut. Nun versteht mich nicht falsch, ich bin ein rigoroser Verfechter von Holzbau (wie sollte es auch anders sein), aber so wie die das hier machen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich einen strengen Winter unter solch einem Dach durchmachen will. Auch mit Holz könnte man so massiv bauen, dass man sich nicht vor einem Sturm fürchten muss.

Direkt bei mir in der Nachbarschaft werden gerade wieder Reihenhäuser gebaut und da hab ich mir gedacht, das könnte euch auch interessieren: Hier zuerst die Dachkonstruktion der Garage. Die Hölzer sind 2x6 bzw. 2x4 Zoll. Zusammengehalten wird das mit Nagelplatten. Abgesehen davon, dass die offenbar nicht viel Angst vor Schneelasten haben, scheint mir das eine effiziente Konstruktion zu sein.

Im Innenbereich wird auch alles Konstruktive aus Holz gemacht - Stiegen, Wände und so weiter. Und alles was geht, wird in einer Fabrik vorgefertigt und bereit zum Zusammenbauen an die Baustelle geliefert. Eigentlich alles wie bei der Firma Wolf in Scharnstein, nur dass hier ein bisschen sparsamer dimensioniert wird.

Hier die Deckenunterkonstruktion: wie gehabt, mit Nagelplatten vorgefertigte Träger und obendrauf OSB-Platten - fertig. Wenig Kosten, ausreichender Nutzen. Wenn ich nur daran denke, wie wir zuhause unsere Decken mit Hohlziegeln und betonierten Stegen gebaut haben, kommt mir das hier doch sehr viel einfacher vor.

Etwas, das mir wieder weniger gefällt: hier schaut wirklich jedes Haus gleich aus. Für die Architekten wollen sie wohl auch nicht viel ausgeben - sorry Thomas!


So und zum Schluss noch eine Inside-Konstruktion. Eric ist ja ein begeisterter Kletterer und er kann keinen Tag ohne Klettern auskommen ... redet er sich zumindest ein. Und so hat er beschlossen, eine Kletterwand in sein Zimmer zu bauen. Da kann er dann abhängen...
Und ich hab mir dort auch schon einen Muskelkater geholt - hehe!


Das Holz haben wir bei Lowe's gekauft, so eine Art Baumax auf amerikanisch. Ziemich billig - so eine 4 Meter lange 2x4" (5x10 cm) Leiste kostet circa 2 €. War übrigens nicht teuer. Die Herkunft war aber dafür umso interessanter. Wenn man auf das Foto klickt sieht man es vergrößert und da kann man auch am Stempel erkennen, dass es von Klausner statt - also aus Deutschland. Also ziemlich sicher Fichte - vielleicht sogar eine die in Österreich gewachsen ist...